Liebe Schwestern und Brüder,
wieder neigt sich ein Jahr langsam dem Ende entgegen. Wir erinnern uns an die Verstorbenen dieses Jahres, wir bereiten uns vor auf Weihnachten und den Jahreswechsel, wir planen das neue Jahr in unseren Gemeinden. Wie wird es werden?
Aus allen Gesprächen der letzten Tage und Wochen höre ich die Sehnsucht nach Normalität – und wir merken, dass das, was wir unter Normalität verstehen, sich ändert. Vielleicht steht dahinter auch die Sehnsucht nach Sicherheit, damit wir unser Leben planen können. Und auch das fällt uns gerade im ganz Alltäglichen, und ebenso in Bezug auf die nächsten Jahre gar nicht so leicht.
Ein Stichwort ist mir in den letzten Tagen immer wieder aufgefallen, dass mir auch in Bezug auf die Weihnachtsgeschichte in den Ohren klang: Beherbergung.
Da ist die Erfahrung für Maria und Joseph. Für sie gibt es keine Herberge. Da ist die Erfahrung für so viele, die weltweit unterwegs sind, weil sie zuhause kein sicheres Leben haben. Sie finden keine Herberge. Da ist die Erfahrung mancher Menschen, die sich nach Urlaub sehnen. Sie dürfen keine Herberge aufsuchen. Da ist die Erfahrung einiger Menschen: sie finden keine innere Herberge und Zuversicht für ihr Leben.
Wie wichtig doch eine sichere Herberge ist. Für unser alltägliches Leben, für unser Leben als Gesellschaft und als christliche Gemeinschaft. Für unsere Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme, Frieden und Hoffnung. Und manchmal auch nur nach Liedern, Kerzen und Gebäck.
Wir möchten Weihnachten gern als Fest der Liebe und des Friedens feiern.
Bitten wir darum, dass wir offen miteinander umgehen.
Bitten wir für die, die sich vor Anschlägen fürchten.
Bitten wir für die in Not, in Trauer, in gesellschaftlicher Unruhe.
Gerade die Störungen des Lebens sind es, die uns einladen, dass wir uns des Lebens versichern.

Ich grüße Sie herzlich,
Ihr Eckart Warner

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