Nachdenken

Vorbereitung auf Ostern

Kilometerzähler und Tankanzeige erinnern mich – also fahre ich von der Straße ab. „Full Service“ lädt mich hier das Schild ein. Den freundlichen Mitarbeiter grüße ich und bitte „einmal voll tanken.“ Die Scheiben werden auch blank geputzt, der Vorrat an Getränken aufgefüllt. Nach einer erholsamen Pause kann die Fahrt weiter gehen. Was beim Auto fahren selbstverständlich ist, rückt in unserem Leben immer wieder mal in den Hintergrund. Die Herausforderungen bei der Arbeit nehmen oft viel Zeit und Kraft in Anspruch. Wir sind eingespannt in den Alltag mit den Besorgungen für das Leben in Wohnung und in der Familie, wo viele kleine Dinge unsere Aufmerksamkeit auf sich lenken. Dann passiert es: Wir achten weniger auf die Anzeigen und Zeichen des eigenen Körpers und Geistes, die uns zu erinnern versuchen: Du brauchst eine Pause. Dein Tank ist bald leer. Wo ist der Ort oder der Moment, an dem du auftanken kannst? Die Wochen vor Ostern, die wir Passions- oder Fastenzeit nennen, laden dazu ein, dieser Erinnerung nachzuspüren. Im Psalm 25 ist jemand auf der Suche nach seinem Weg mit Gott. Er bittet…
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Zur Advents-und Weihnachtszeit 2019/20

Liebe Schwestern und Brüder, das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen. Wir erinnern uns an die Verstorbenen dieses Jahres, wir bereiten uns vor auf Weihnachten und den Jahreswechsel, wir planen das neue Jahr in unseren Gemeinden. Wie wird es werden? Besonders die Advents- und Weihnachtszeit ist mit manchen Erwartungen immer wieder verbunden – es soll alles anders sein als sonst, in der Familie, im Zusammenleben, in uns selbst, in unserer Beziehung zu Gott. Harmonischer soll es sein oder klarer oder jedenfalls besser. Eine Erwartung, die nur enttäuscht werden kann, weil sie auf einer Täuschung beruht. Schon Maria und Joseph hatten keine Zeit, sich vorzubereiten. Es traf sie mitten im Alltag – die Forderungen des Herrschers mussten erfüllt werden, die Reise mit einer Schwangeren organisiert werden, die alltäglichen Mühen von Missgunst, Angst vor Fremden mussten ertragen, die Suche nach einem kleinen Platz als Rückzugsort musste erledigt werden. Alles irgendwie spontan, kurzfristig, improvisiert. Aber intensiv! Gott ist zu ihnen gekommen. Sie hatten nicht damit gerechnet. Aber ihnen wird hell und klar: Ehre sei Gott! Friede auf Erden! Mitten im Leben. Das…
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Zur Sommer- und Erntedankzeit 2019

Liebe Schwestern und Brüder, wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, wird auch ernten im Segen (2. Korinther 9,6). Da ist wohl was dran, oder? Wer VIEL ernten will, muss gut säen, muss etwas weg- oder verlorengeben, um zu gewinnen. Säen und Ernten, Geben und Nehmen. Der Kreislauf des Lebens ist das.   Und WO ernten wir? Im eigenen Garten, auf dem Boden, den wir kennen, nicht irgendwo anders. Und: Man erntet, WAS man sät. Aus Weizenkörner erwachsen Weizenähren. Aus Lilienzwiebeln werden Lilienblüten. Wir ernten, WIE VIEL und WO und WAS wir säen, oder? Zumindest wenn die Samen mit rechtem Maß auf den geeigneten Boden kommen und dann alles gedeiht. Aber es gedeiht ja nicht immer nach Plan. Manchmal kommen Vögel und picken die Saat weg. Manchmal bleibt der Regen aus oder die Sonne scheint zu stark oder umgekehrt. Manchmal gedeiht das Leben nicht nach Plan. Und die Saat der Nachbarn geht in deinem Garten auf. Und deine trägt bei unbekannten Menschen Früchte. Und du erntest, was andere gesät haben. Sommer und…
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